Duisburg-Mitte, St. Joseph

Fast gleichzeitig mit der Abzweigung eines eigenen Seelsorgebezirks St. Bonifatius in Hochfeld wurde von der Duisburger Mutterpfarre Liebfrauen aus die Gründung eines eigenen Seelsorgebezirks St. Joseph in der Papendelle vorbereitet, der am 1. VII. 1869 seinen ersten Filialgeistlichen erhielt; zwischen 1871 und 1874 wurde die Kirche St. Joseph nach Plänen des Neugotikers Wiethase aus Köln erbaut, die am 8. XII. 1874 benediziert, aber erst 1884 durch Bischof Bernhard Brinkmann von Münster kurz nach seiner Rückkehr aus der Verbannung in Holland konsekriert werden konnte. Nachdem seit 1876 bereits zwei Kapläne von Liebfrauen an der Josephskirche amtiert hatten, wurde am 5. V. 1889 vom Bischöflichen Ordinariat in Münster während der Sedisvakanz ein erster Kirchenrektor an St. Joseph in Duisburg ernannt und am 5. VIII. 1892 durch den Bischof von Münster unter Abtrennung von der Mutterpfarre Liebfrauen am 5. VIII. 1892 die neue kanonische Pfarrei St. Joseph errichtet; die entsprechende Urkunde trat am 27. XI. 1892 durch Verkündigung von der Kanzel in Kraft.

Bedeutende, in der Pfarrei St. Joseph gelegene katholische Anstalten (St. Vinzenzhospital, Katholisches Oberlyzeum) hatten zwischen 1933 und 1945 schwer zu leiden und mußten zeitweise von ihren Trägern aufgegeben werden. Sie wurden nach 1945 zurückgegeben und neu aufgebaut; 1944 wurde die Pfarrkirche und der größte Teil der Pfarrgemeinde St. Joseph zerstört, ihre Seelenzahl sank von 12000 auf 3000; 1945 bis 1950 fand der Gottesdienst in einer Notkirche statt. Unter Verwendung einiger Teile der alten Kirche wurde die neue Kirche St. Joseph zwischen 1948 und 1950 durch Professor Dominikus Böhm erbaut und am 29. X. 1950 wieder eröffnet; 1953/54 wurde der Turm wiederhergestellt, 1956 die neugeschaffene Krypta ausgebaut und am 25. X. 1958 der Hauptaltar des Kirchenneubaus konsekriert.

Zu den Büchern der Pfarre St. Joseph, Duisburg-Mitte (Kirchenbuchportal Bistum Essen)

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