Bottrop, St. Cyriakus

Der Ort „Borthorpe“ ist in den Urbaren der Abtei Werden um 1150 genannt. Die Bottroper Kirche St. Cyriakus, deren Anfänge vielleicht ins 11. Jahrhundert zurückreichen, war damals im Besitz der Abtei Deutz, deren Eigentumsrechte durch päpstliche Bullen von 1161 und 1207 bestätigt wurden; sie kamen später in andere Hand. Der Pfarrer von Osterfeld, zu dessen Sprengel Bottrop gehörte, ließ die Seelsorge dort bis ins 17. Jahrhundert durch einen Vikar ausüben, dessen Katharinen-Vikarie Dietrich von der Knippenburg Anfang des 15. Jahrhunderts an der Kirche zu Bottrop gestiftet hatte, daher waren die Herren von der Knippenburg Erboberkirchenmeister und Patrone dieser Vikarie. 1385 genehmigte der Kölner Erzbischof die Stiftung einer Kapelle und Vikarie auf der Knippenburg, wo noch bis zur 1885 erfolgten Verlegung dieser Vikarie an die Pfarrkirche St. Cyriakus eigener Gottesdienst stattfand.

Ende des 16. Jahrhunderts bekannte sich Wolter Loe von der Knippenburg zum Protestantismus, in der Gemeinde Bottrop war zur gleichen Zeit die Praxis des Laienkelches üblich geworden, wahrscheinlich auf Veranlassung des zeitweilig zum Protestantismus neigenden Vizekuraten Johannes Pistorius, Gemeinde und Kirche blieben übrigens dem katholischen Glauben erhalten; bei der erzbischöflichen Visitation von 1569 war Bottrop noch Filiale von Osterfeld, bald danach dürfte ihre Pfarrerhebung erfolgt sein, fortan besetzten der Pfarrer von Osterfeld und der Besitzer von Haus Vondern gemeinsam die neue Pfarrstelle, bis 1793 der Kölner Erzbischof dieses Recht erwarb. Die im Mittelalter übliche Anerkennungsgebühr der Tochterkirche an die Mutterkirche hat Bottrop noch bis 1897 regelmäßig nach Osterfeld entrichtet. 1787/88 wurde eine bedeutende Erweiterung der Pfarrkirche vorgenommen, die freilich schon 1861/62 einem völligen, neugotischen Neubau weichen mußte, als der die Emscher-Linie überschreitende Bergbau die Einwohnerzahl Bottrops hatte anwachsen lassen; am 25. XI. 1862 fand die Konsekration dieser Kirche statt, der 1923 zwei neue Sakristeien angebaut sowie 1926/27 zwei neue Portale vorgebaut wurden; am 23. VIII. 1950 wurde St. Cyriakus zur Propsteikirche erhoben, in dieser am 31. X. 1967 ein neuer Hauptaltar konsekriert. Alle heutigen Kirchengemeinden in Bottrop außer St. Matthias in Ebel und St. Suitbert in Vonderort sind aus der Mutterpfarrei St. Cyriakus unmittelbar oder mittelbar seit Ende des 19. Jahrhunderts hervorgegangen.

Zu den Büchern der Pfarre St. Cyriakus, Bottrop (Kirchenbuchportal Bistum Essen)

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