Binabiburg
Eine ecclesia in Pünnapiburch wird erstmals in einer Urkunde von 1270 erwähnt, in der Heinrich von Horbach das Patronatsrecht über die Kirchen bzw. Kapellen Treidlkofen u. Frauenhaselbach, die Filialen von B seien, zugestanden wird. Erster namentlich bekannter Pfarrer ist Heinr(eich) der Hirnstein ... vicari zu Pimnapiburch, der Siegelbittzeuge in einer Urkunde von 1372 ist. Spätestens seit dem 16. Jh hatten die bayerischen Herzöge, an die zu Ende des 14. Jhs die Herrschaft Haarbach gefallen war, zusammen mit den Bischöfen von Regensburg das Besetzungsrecht für die Pfarrei B u. zwar bis mindestens 1723/24 nach Art der Monats-, später nach Art der Wechselpfarreien. Seit 1918/28 hat der Bischof das freie Verleihungsrecht. - 1264 bzw. 1270 wird dem Edlen Heinrich von Horbach (Haarbach, Lkr. Landshut) das Patronatsrecht über die Kirchen bzw. Kapellen Trutelchoven (Treutelchoven) u. Haselbach (Frauenhaselbach), beide Filialen von B, zugestanden. Treidlkofen war spätestens 1326 selbständige Pfarrei, zu der wohl bereits damals Frauenhaselbach als Filiale gehörte. - Eine Schlosskapelle Neuenherbergen Eglkouen (Schloss Neuherberg in Egglkofen) wird 1449 genannt, als Jobst Herberger zu Neuenherberg ein Benefizium zu ihr stiftet. Sie war dem Hl. Johannes d. T. geweiht. Die heutige, ebenfalls im 15. Jh entstandene Pfarrkirche ist 1508 als Filiale von B mit Sepulturrecht belegt. 1749 wurde Egglkofen zur Expositur, 1823 zur Pfarrei erhoben. - Wischlbach ist 1665 als Filiale von B aufgeführt. 1808 erfolgte die Erhebung von Wiesbach zur Expositur, die von der engeren Pfarrei B durch die dazwischenliegende Pfarrei Treidlkofen abgeschnitten ist. Dieser Expositur wurden 1838 der vordem zu Treidlkofen gehörige Teil der Ortschaft Oberndorf, 1875 die Einöden Kleinkirchstetten u. Obermoosen sowie 1923 Großgrötzing u. ein Anwesen der Ortschaft Hofthambach (wird inzwischen nach Auskunft der zuständigen Pfarrämter wieder von Gangkofen betreut) aus der Pfarrei Gangkofen (Pfa Wiesbach), ebenfalls 1923 die Einöden Großkirchstetten u. Niedermoosen aus der Pfarrei Hörbering (Erzdiözese München-Freising) zugeteilt. Die Expositur wird heute von Egglkofen aus versehen. 1878/91 kamen drei bis dahin zu B gehörige Anwesen der Ortschaft Jesendorf zur Pfarrei Treidlkofen. 1873 erfolgte die Umpfarrung von Niedersattling von B in die damals zur Pfarrei Gaindorf gehörende Expositur Frauensattling. 1956 wurde letztere der Pfarrei B unterstellt. In Frauensattling besteht eine Marienwallfahrt, die nach der Legende auf das Jahr 1322 zurückgeht, in Wirklichkeit aber einige Zeit später entstand. - Von 1788-1823 leitete der berühmte Pfarrer Simon Zollbrucker, ein Freund Johann Michael Sailers, die Pfarrei. Heute Pfarreiengemeinschaft Binabiburg/Frauensattling-Aich-Treidlkofen.
Matrikel: Bis 1802 einschließlich Wiesbach, bis 1823 einschließlich Egglkofen. Ältere Pfarrbücher durch Pfarrhofbrand 1682 vernichtet. Bd.1 enthält Supplementum der Taufen, ca. 1655-1682. Wiesbach führte eigene Matrikel (siehe dort).
Ortschaften in der Pfarrei (Stand 1997): Binabiburg, Breitreit, Geratsfurt, Hasam, Himmelreich, Höllmühle, Hub, Kresham, Litzelkirchen, Loh, Maierhof, Mais, Niedersattling, Pfistersham, Rothenwörth, Samberg, Schußöd.
Expositur Frauensattling: Frauensattling, Grundlhub, Günzenhub, Köpfelsberg, Streifenöd, Wimpassing.
Expositur Wiesbach: Oberwiesbach, Großgrötzing, Großkirchstetten, Kleingrötzing, Kleinkirchstetten, Niedermosen, Obermosen, Oberndorf, Unterwiesbach, Stein.